Reiseführer
Kurze Geschichte Ägyptens

Zeitalter der Pharonen
Die Geschichte Ägyptens reicht von der Jungsteinzeit (5000 bis 3000 v. Chr.), als die ersten Menschen am Nil lebten, bis in die Gegenwa rt. Sie zu erzählen, würde ganze Bücherregale füllen. Deshalb müssen wenige Stichworte genügen: Mit dem Thinitenkönig Menes beginnt nach
3000 v. Chr. das Zeitalter der Pharaonen, das erst im Jahr 332 v. Chr. durch Alexander den Großen beendet wird. Während der Thiniterzeit (bis 2700 v. Chr.) werden die ersten Texte in Hieroglyphen, einer bildhaften Lautschrift, verfasst. Im darauf folgenden Alten Reich (bis 2150 v. Chr.) baut König Djoser in Sakara die erste Pyramide.
Fortschrittlich
Es beginnt die Zeit der Steinbauarchitektur, die zeitlich mit der Einführung des Beamtentums und der Bürokratie zusammenfällt. In den darauf folgenden Jahrhunderten (bis 1550 v. Chr.) entwickelt sich Ägypten zur Großmacht. Unter Pharao Mentuhotep und seinem Nachfolger Sesostris I. dehnt Ägypten seine Grenzen im Norden bis Palästina und im Süden bis tief nach Nubien aus.Während des Neuen Reiches (bis 1070 v. Chr.) kommen der Sudan im Süden und Syrien im Norden hinzu. Als besonders geschickter Eroberer erweist sich Thutmosis III. Er lässt die Unterw o rfenen selbst regieren und sichert den Einfluss Ägyptens dadurch, dass er die Kinder der Marionettenregenten in Ägypten ausbilden lässt und ganz im Sinne der sanften Besatzer erzieht.
Der Weg zur Freiheit Ramses der II., der 67 Jahre regiert und 160 Kinder zeugt, macht sich einen Namen, indem er Monumentalbauten wie Abu Simbel errichten lässt. Nach ihm setzt der Untergang des Pharaonenreiches ein.
Die Kornkammer Ägypten zieht zwischen 1070 v. Chr. und 332 v. Chr. verschiedene Eroberer an. Als letzten auch den Griechen Alexander der Große, der der Pharaonenherrschaft endgültig ein Ende setzt. Im Jahre 30 v. Chr. folgen die Römer, die bis zur Teilung des römischen Reiches 395 n. Chr. regieren. Ägypten wird byzantinische Provinz. Der islamische Feldherr Amr Ibn el-As leitet im Jahre 640 die Arabisierung des Landes ein.
Nach einer türkischen Epoche von 1517 bis 1798 erobert schließlich Napoleon das Land am Nil. Ihm folgen 1882 die Engländer, die eine Kolonialdiktatur einführten. Erst 1956 geben die Briten Ägypten die Freiheit und erstmals seit Ramses II. sind es wieder die Ägypter, die Ägypten regieren.
Zurück in die Arabische Liga
1958 schließt sich Ägypten mit Syrien und Nordjemen zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) zusammen, die faktisch nur bis 1961 besteht. Im Sechstagekrieg mit Israel im Juni 1967, in dem israelische Truppen bis zum Suezkanal vordringen, erleidet das Land eine schwere militärische Niederlage.
Nach dem Tod Nassers 1970 wird Vizepräsident Anwar as-Sadat Staatspräsident. 1977 leitet Sadat durch eine überraschende Friedensinitiative den Dialog mit Israel ein, der 1979 zum Friedensvertrag und zum Abzug der israelischen Truppen von der Sinai-Halbinsel führt, andererseits jedoch das Land innerhalb der arabischen Welt isoliert und den Widerstand islamischer Fundamentalisten hervorruft.
1981 wird Sadat, der 1978 zusammen mit Israels Premierminister Menachem Begin den Friedensnobelpreis erhalten hatte, das Opfer eines Attentats. Seinem Nachfolger, Vizepräsident Muhammad Husni Mubarak, gelingt es, Ägypten wieder als voll respektiertes Mitglied in die Arabische Liga zurückzuführen.
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